Am 5.3. und 6.3.2026 fand der Bundeskongress Schulsozialarbeit in Hildesheim statt. Veranstaltet vom Kooperationsverbund Schulsozialarbeit, dem Fachbereichstag Soziale Arbeit, der HAWK – Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit in Hildesheim, Katholische Jugendsozialarbeit, LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen e.V..
Vor Ort brachten sich viele Ländernetzwerke von Schulsozialarbeitenden aus der Praxis des Bundesnetzwerks Schulsozialarbeits ein, indem Sie aktiv Workshops und Beiträge anboten. Im Raum der Begegnung bestand für Schulsozialarbeitende die Möglichkeit direkt mit den jeweiligen Ländernetzwerken in Kontakt zu kommen.
Die LAG Schulsozialarbeit NRW e.V. bot in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung (MSB) und des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) einen Praxisbericht und die Möglichkeit zum bundesweiten Fachaustausch zum Thema „Verantwortungsgemeinschaft in der Schulsozialarbeit strukturiert gestalten – Die Rolle, Funktion und Wirksamkeit des Fachkreises Schulsozialarbeit auf Landesebene in NRW“ an.
Denn:
Für die Professionalisierung und Institutionalisierung von Schulsozialarbeit ist eine Verantwortungsgemeinschaft mehr als wünschenswert. Sie scheint grundlegend für eine dauerhafte trägerübergreifende Qualitätsentwicklung im Handlungsfeld Schulsozialarbeit zu sein.
Schulsozialarbeit als soziale Arbeit mit eigenem Profil ist sowohl Teil des Systems Schule als auch Teil des Systems Jugendhilfe und somit ein wesentlicher Bestandteil der Verantwortungsgemeinschaft.
Schulsozialarbeit bringt die Sicht des jungen Menschen in die verschiedenen Systeme ein. Ein wichtiger Stärkungsschritt der Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen stellt die Initiierung des ab März 2021 kontinuierlich tagenden Fachkreises „Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen“ unter gemeinsamer Leitung des Ministeriums für Schule und Bildung (MSB) und des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) dar. Der Fachkreis vereint wichtige Akteure der Schulsozialarbeit aus MSB, MKJFGFI, Kommunalen Spitzenverbänden, Schulaufsicht, Landesjugendämter, Qua-Lis, Vertretungen von Gewerkschaften, LAG Jugendsozialarbeit NRW e.V. und LAG Schulsozialarbeit NRW e.V., um ein gemeinsames Verständnis von Schulsozialarbeit und darauf basierenden Rahmenempfehlungen auszuarbeiten.
Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges, rechtskreisübergreifendes, unterrichtsfernes Handlungsfeld. Schulsozialarbeit ist dabei stets im Schnittfeld von Schule sowie Kinder- und Jugendhilfe zu betrachten. Schulsozialarbeit wird als ein Qualitätsmerkmal von Schulkultur und ganzheitlicher Bildung wahrgenommen. Dementsprechend fußt die Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen traditionell auch auf zwei Träger-Säulen, der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe sowie dem Landesdienst.
Die fachliche Diskursivität und die jeweiligen Systemexpertisen durch die Trägersäulen sind dabei für die Beschreibung des eigenständigen Handlungsfeldes Schulsozialarbeit anhand von Qualitätsstandards sowie für die fachliche Weiterentwicklung zwingend notwendig, um einer Vereinnahmung von Schulsozialarbeit im jeweiligen System entgegenzuwirken.
Sowohl die Mehrsäuligkeit der Trägerschaft als auch die Beteiligung von Schulsozialarbeitenden aus der Praxis sind im Qualitätssicherungsprozess der Schulsozialarbeit entscheidende Merkmale zur Sicherstellung von Qualitätsstandards und zur Sicherstellung der Eigenständigkeit (zum Entgegenwirken einer Vereinnahmung im jeweiligen System) des Handlungsfeldes der Schulsozialarbeit.
Der von den Ministerien MSB und MKJFGFI moderierte Fachkreis Schulsozialarbeit auf Landesebene NRW ist entscheidend, um diesen Qualitätsentwicklungsprozess voranzubringen.
Was bewirkt der Fachkreis Schulsozialarbeit in NRW:
- Weiterentwicklung der jeweiligen Systeme in Richtung des gemeinsamen Zieles
- Erarbeitung gemeinsamer, trägerübergreifender Fachempfehlungen
- Stärkung des Handlungsfeldes Schulsozialarbeit
- Stärkung der Kooperation von Schule und Jugendhilfe, Land und Kommune/Träger
- Stärkung eines konstruktiv-kritischen Fachdiskurses mit Blick auf ein gemeinsames Ziel
Grundlegend ist die Bereitschaft aller Akteure in einem landesweiten Fachkreis Schulsozialarbeit, aktiv und nachhaltig einen eigenen Beitrag zu den gemeinsamen Zielen beizutragen.





